Schwerkraftmaschine: Drum Smasher erklärt
- 31.01.2017
- Michael Krusch
- Story
- Schwerkraftmaschine
Teil 8 der Serie über die Kompressions-Modi der Schwerkraftmaschine
Manchmal muss es einfach mal sein.
Da muß man mal kräftiger draufhauen.
Mal alle Regler auf Anschlag.
Mal die guten Manieren vergessen.
Mal alle Knöpfe auf einmal drücken.
Dann ist der Drum Smasher genau das Richtige.
Er komprimiert mehr als er sollte.
Dafür bringt er den Drum-Overheads die nötige Definition und Wuchtigkeit.
Mit Attack und Release in Linksanschlag macht er sofort zu, dreht man beide Regler mehr auf, kommen um so mehr Transienten durch und sorgen für noch mehr Punch.
Attack und Release haben dazu ein programmabhängiges Verhalten. Das heißt, sie reagieren auf kurze Impulse weniger als auf längere und verhelfen dadurch den Transienten zu mehr Durchsetzung.
Definitiv kein Schönfärber.
Wenn es doch mal zu doll ist, kann er mit dem Mix-Regler gebändigt werden.

Was „programmabhängig“ hier bedeutet
Bei einem klassischen Kompressor legst du Attack und Release fest, und der Kompressor hält sich daran – egal ob ein kurzer Snare-Schlag oder ein langer Crash-Ausklang kommt. Der Drum Smasher schaut auf das Signal: Auf einen kurzen Impuls reagiert er weniger, auf ein längeres Ereignis stärker. Der Anschlag kommt durch, der Ausklang wird verdichtet – Overheads bekommen so Definition und Wuchtigkeit. Die Kennlinie rechts zeigt, wie ernst der Modus seinen Namen nimmt: Ab etwa 8 dB über dem Threshold sinkt der Ausgangspegel sogar wieder – lauter rein heißt leiser raus. Möglich ist das alles, weil die Schwerkraftmaschine ihr Steuersignal digital in der Side-Chain erzeugt – das Regelverhalten ist dort frei programmierbar.
So setzt du den Drum Smasher ein
Der klassische Einsatzort sind Overheads und der Drum-Bus, gern parallel: Regler nach links, Mix-Regler so weit aufdrehen, bis der Punch da ist, aber die Transienten der trockenen Spur noch führen. Dreht man Attack und Release auf, holt man mehr Anschlag ins komprimierte Signal – der Charakter bleibt kräftig, wird aber offener. Weil der Modus so hart zupackt, ist das Side-Chain-Filter wichtig: Mit dem Low-Cut nimmst du der Kick den Einfluss auf die Regelung, mit dem Tilt-EQ legst du fest, ob eher Becken oder eher Kessel den Kompressor treiben. Und was bei aller Kraft bleibt, ist der Röhren- und Übertragerklang der Schwerkraftmaschine – pro Kanal drei Übertrager und vier Trioden – der auch den zusammengedrückten Drums Rundung und Präsenz gibt.
Das Video: Drum Smasher im Einsatz
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Die Serie: alle 11 Kompressions-Modi der Schwerkraftmaschine
Teil 1: Multi-Band Complex · Teil 2: Diode Pressor · Teil 3: Breakthrough · Teil 4: Stereo Transformer (MS-Bearbeitung) · Teil 5: Schwerkraftmaschine vs. Vari Tube Compressor · Teil 6: Vocal Leveler · Teil 7: Optical Compressor · Teil 8: Drum Smasher · Teil 9: Classical VariMu · Teil 10: Chart Analysis · Teil 11: Deesser
Mehr zum Thema: Schwerkraftmaschine: Breakthrough erklärt – der Gegenentwurf mit 6-dB-Grenze · Schwerkraftmaschine: Diode Pressor erklärt