Warum Ethernet? Fernsteuerbare Hardware erklärt
- 03.01.2017
- Michael Krusch
- Story
- Schwerkraftmaschine
- Konnektor
Deshalb ein paar Gedanken dazu:
USB
USB gibt es seit 1996, wurde aber erst mit dem ersten iMac der Öffentlichkeit bekannt. Inzwischen hat es sich auf breiter Front durchgesetzt.
Größte Einschränkungen sind die Begrenzung der Kabellänge auf 5 Meter, sowie teilweise Kompatibilitätsprobleme mit USB-Hubs.
FireWire
FireWire gibt es ähnlich lange wie USB und ist inzwischen durch Thunderbolt und USB fast völlig verdrängt.
Ähnlich wie bei USB ist die Kabellänge ein begrenzender Faktor.
Einige Zeit schien Firewire die erste Wahl, bis Apple es für obsolet erklärte.
Thunderbolt
Thunderbolt war lange Zeit Mac-only und hatte eine noch kürzere Lebensdauer als FireWire.
Inzwischen ist Apple wieder bei USB-Anschlüssen gelandet, auch wenn darüber Thunderbolt läuft.
MIDI
Der Klassiker seit 1982. Es gibt ihn immer noch.
Selbst wenn Synths immer mehr mit USB ausgestattet werden, gehören die MIDI-Buchsen einfach dazu. MIDI-Interfaces gibt es auch für jeden Computer.
Leider ist MIDI vor allem schnarch-langsam. Selbst wenn man es nur für die Übertragung von Noten benutzt, kommt man schon an seine Grenzen. Für die Echtzeitübertragung andere Daten ist MIDI völlig ungeeignet.
Ethernet
Ethernet gibt es schon länger als MIDI.
Das gesamte Internet baut auf Ethernet. Leitungslängen von mehreren hundert Metern sind kein Problem. Netzwerktechnik ist inzwischen sehr ausgereift.
Es gibt praktisch keinen Computer ohne Netzwerkanschluss.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Ethernet als Schnittstelle in nächster Zukunft wieder verschwindet, ist extrem gering.
Inzwischen gibt es Audiointerfaces mit Netzwerkanschluss.
Das Gerät kann seinen eigenen Webserver mitbringen und ist mit jedem Browser betriebssystemunabhängig bedienbar. Unsere Plugins kommunizieren per Netzwerk mit dem Gerät.
Es gibt keine Treiberprobleme. Für Treiber sorgen die Hersteller der Netzwerkkarten.
Was das heute konkret heißt: Schwerkraftmaschine, Raumzeitmaschine, Creme RC
Unsere fernsteuerbaren Geräte – Schwerkraftmaschine, Raumzeitmaschine und Creme RC – hängen per Ethernet im Netzwerk; die Schwerkraftmaschine holt sich die nötigen Einstellungen selbst per DHCP. Bedient werden alle drei auf drei Wegen: direkt an der Frontplatte, über den eingebauten Webserver in jedem Browser oder über das DAW-Plug-in (AU, AAX, VST). Bei Schwerkraftmaschine und Raumzeitmaschine folgen die Servomotoren jeder Bewegung im Plug-in, und umgekehrt landen Änderungen am Gerät sofort im Plug-in. Speicherst du den Song mit dem Schwerkraftmaschine-Plug-in, werden die Einstellungen mitgespeichert – beim Laden stehen alle Regler wieder so wie vorher; beim Creme RC dreht das Plug-in beim Öffnen des Projekts jeden Regler dorthin zurück, wo du ihn verlassen hast. Das ist das Total-Recall-Prinzip, das wir schon 2017 mit den digitalen Recall-Sheets auf alle Geräte ausgeweitet haben – wie es in eine komplette Kette passt, zeigt der Artikel zur analogen Mastering-Kette.
Weil die Verbindung ein normales Netzwerk ist, gibt es keine Kabellängen-Grenze wie bei USB, WLAN über den Router funktioniert ebenso, und über das Internet ließe sich die Schwerkraftmaschine auch von Sydney oder LA aus steuern. Der Creme RC nimmt darüber Parameter-Automation aus der DAW entgegen, die Schwerkraftmaschine lässt sich per Plug-in in zwei separate Monokanäle aufteilen. Und wer den Netzwerk-Schnickschnack nicht braucht, bedient die Schwerkraftmaschine einfach an der Frontplatte – sie verhält sich dann wie jede andere Hardware. Was Produzent Bill Schnee dazu sagt: „Analoge Hardware, digital gesteuert über ein DAW-Plugin – eine absolut brillante Idee!“
Fazit
Niemand weiß, was die Zukunft bringt.
Aus jetziger Sicht ist Ethernet die beste Wahl.
Und deshalb unsere Wahl.
Du möchtest die Schwerkraftmaschine in deinem Studio für 14 Tage testen?
Registriere dich hier
Mehr Infos zur Schwerkraftmaschine
Mehr zum Thema: Schwerkraftmaschine: Multi-Band Complex erklärt · Amazona.de testet den Creme RC: Fazit und Fakten · Bill Schnee: Schwerky, Raumzy und der VTRC · Analoge Mastering-Kette: Was wohin und warum