Magnetismus 2 - Bandsättigung ohne Band?

Magnetismus 2 - Bandsättigung ohne Band?

  • 02.06.2023
  • Gabriel Maceu Faria
  • Magnetismus 2

Espen Kraft, Sounddesigner und Klangspezialist mit einer Vorliebe für die Ästhetik der 80er-Jahre, hat den Magnetismus 2 in einem ausführlichen Video getestet. Er zeigt die drei Flux-Modi im direkten Vergleich, verarbeitet Synthesizer-Spuren zu warmen 80er-Sounds und geht der Frage nach, die den Artikel überschreibt: Bandsättigung ohne Band. Wie nah kommt die Sättigung des Magnetismus 2 tatsächlich an echtes Bandmaterial heran?

Bandsättigung ohne Band: was der Vergleich zeigt

Im Video schaltet Kraft zwischen den drei Flux-Modi Eisen, Kobalt und Nickel um und legt das Ergebnis direkt neben eine echte Bandmaschine. Bearbeitet wird vor allem Synthesizer-Material, das klassische Terrain für 80er-Produktionen: Stabs, Flächen, Basslines. Genau diese Art von Praxistest zeigt, wofür der Magnetismus 2 gedacht ist und wo seine Grenzen liegen.

Wie der Magnetismus 2 technisch Sättigung erzeugt

Der Magnetismus 2 ist keine Bandmaschine im Gehäuse. Er arbeitet zweistufig: Zuerst durchläuft das Signal einen VCA-Kompressor mit Threshold, Timing, Ratio und Makeup Gain, danach den eigentlichen Transient Shaper. Der rundet die Transienten ab, statt sie wie ein klassischer Transientendesigner nur lauter oder leiser zu machen. Der Flux-Schalter bestimmt dabei das Zeitfenster dieser Bearbeitung: Eisen erfasst breite, Nickel schmale Transientenbereiche. Anders als der Name vermuten lässt, sitzt in dieser Stufe kein Übertrager, der eine Bandmaschine emuliert. Es gibt genau einen Ausgangsübertrager im ganzen Gerät, und dessen Sättigungsgrad lässt sich über den Output-Regler einstellen.

Das Ergebnis ist ein Klang, der einer Bandmaschine ähnelt, ohne eine zu sein. Das hören auch andere Nutzer heraus, etwa Paolo von SynthMania, der den Magnetismus 2 an klassischen Drum Machines wie Roland 909, Roland 808, Emu Drumulator und Linn LinnDrum getestet hat:

„Der Magnetismus 2 klingt wirklich fantastisch. Er hat einen druckvollen Sound und liefert eine Bandsättigung, die klingt, als jage man das Signal durch eine Bandmaschine.“ – Paolo, SynthMania, im Magnetismus-2-Test mit klassischen Drum Machines

Was er kann, und was er nicht ist

Genau hier gilt die Leitlinie für dieses Gerät: weniger versprechen. Der Magnetismus 2 klingt einer Bandmaschine ähnlich, ersetzt sie aber nicht eins zu eins. Er ist ein Transient Shaper mit eigenem VCA-Kompressor, kein Tape-Emulator. Wer kraftvolle, hörbare Verdichtung sucht, Transienten runden und Dichte und Lautheit aufbauen will, ohne dabei Dynamik zu verlieren, bekommt genau das. Wer eine exakte Bandmaschinen-Simulation erwartet, sollte diese Erwartung an der Tür abgeben. Espen Krafts Video macht diesen Unterschied hörbar, ohne ihn zu verschweigen.

Sehenswert für alle, die ständig nach neuen Wegen suchen, ihren Sound zu veredeln:

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