Streaky testet den Creme: „open, open, open“

Streaky testet den Creme: „open, open, open“

  • 02.03.2018
  • Victor Weiss
  • Review
  • Creme

Video vom Januar 2018 (9:47 min).

Streaky ist ein cooler Typ. Seit 25 Jahren ist er im Musikbusiness dabei, angefangen hat er mal als House-DJ doch inzwischen ist er einer der führenden Mastering-Ingenieure Europas. Jeder hat seine Masterings schon einmal gehört, denn P. Diddy, Depeche Mode und Adele sind nur einige der Namen seiner berühmten Kundschaft.

“I’ve been using it on pretty much everything since I’ve had it!” - Streaky

Sein YouTube Kanal ist bei seinen Fans deshalb so beliebt, weil er beim Testen von Equipment seine Meinung frei heraussagt. Auch der Creme war bei ihm im Studio und hat ihm so sehr gefallen, dass er ihn nicht wieder hergeben will.

Seht selbst:


Was im Video passiert

Streaky beginnt bei der Holzkiste, in der der Creme ankommt – „a lovely little treasure chest“ für Kabel und Kleinkram im Studio –, und ordnet das Gerät dann ein: Shelving-EQ im Pultec-Stil oben, darunter ein Kompressor mit SSL-Anleihen, Sidechain-Filter bei 60 und 120 Hz, EQ wahlweise vor oder hinter dem Kompressor. Den EQ nutzt er vor allem oben: 10, 12 oder 16 kHz, meist 1–2 dB, „and it's just open, open, open“ – nicht hell im Sinne von hart, sondern offen. Die Bässe setzt er bis 200 Hz ein, als warme Textur, in die man mit einem zweiten EQ hineinschneiden kann. Für Mix-Bus und Mastering, wofür er den Creme ausschließlich einsetzt, hat er sein Rezept gefunden: Ratio 10:1, mittlere Attack, damit die Transienten durchkommen und der Rest zusammenklebt, schnelles Release (0,1–0,3 s), Threshold in kleinen Rastschritten – so lässt sich die Strophe etwas dichter fahren und der Refrain wieder öffnen. Und: „It's a very quiet unit.“

Was Streaky über den Creme sagt

„Der Klang der Höhen an diesem EQ ist einfach superb. [...] Ich nutze ihn vor allem um 10, 12, 16 kHz, und wenn man hineindreht, [...] ist es einfach offen, offen, offen.“ – Streaky, Video, Januar 2018 (übersetzt)
„Es ist kein harter Klang. Es ist einfach sehr offen.“ – Streaky, Video, Januar 2018 (übersetzt)
„Die Bässe [...] wärmen die Dinge einfach an. [...] Nicht auf röhrige Art, aber [...] sehr warm. [...] Es wird nicht matschig.“ – Streaky, Video, Januar 2018 (übersetzt)
„Riesiger Daumen hoch von mir.“ – Streaky, Video, Januar 2018 (übersetzt)

Und das Gerät bleibe hoffentlich bei ihm – er habe das Review lange hinausgezögert, weil er wisse, dass es danach abgeholt werde.

Was der Creme ist – und warum er auf der Summe sitzt

Der Creme ist unser Bus-Kompressor und Mastering-Equalizer: ein passiver EQ nach Pultec-Prinzip und ein VCA-Bus-Kompressor nach SSL-Art in einem 2-HE-Gerät. Die Reihenfolge ist umschaltbar – EQ vor dem Kompressor oder Kompressor vor dem EQ. Der Kompressor fügt auf der Summe die einzelnen Teile zu einem Ganzen zusammen, bei Ratio 1,5:1 fast unhörbar, mit höherer Ratio und schnellerem Timing mit eigener rhythmischer Handschrift; ein Sidechain-Filter hält Frequenzen unter 60 oder 120 Hz aus der Regelung. Der EQ liefert Bass-Boost zwischen 20 und 200 Hz und Höhen-Boost zwischen 10 und 24 kHz, jeweils 0–5 dB, alle Werte als Rastschalter – deshalb ist jede Einstellung exakt reproduzierbar. Wer Recall per Plug-in möchte, findet ihn im Creme RC mit Motorpotis: Amazona.de testet unseren Creme RC.

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